Steuerliche Behandlung von Krankenversicherungen

Seit dem 1.1.2010 werden die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung meist in größerem Umfang steuerlich berücksichtigt. So will es das Bürgerentlastungsgesetz.

Was ändert sich?

ArbeitnehmerInnen und beihilfeberechtigte Personen konnten bisher maximal 1.500 Euro gegenüber dem Finanzamt geltend machen. Bei Steuerpflichtigen, die ihre Krankenversicherung in voller Höhe selbst bezahlen, lag dieser Betrag bei 2.400 Euro. Diese Beträge steigen nun um jeweils 400 Euro.
Es können diese Höchstbeträge überschritten werden, wenn die tatsächlich aufgewendeten Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung höher liegen.  Dann können die Beiträge in der gesamten Höhe steuerlich geltend gemacht werden.

Welche Leistungen werden nicht anerkannt?

Allerdings will der Gesetzgeber, dass nur die Beiträge zu einer „Basiskrankenversicherung“ steuerlich berücksichtigt werden. Wahlleistungen im Krankenhaus, Krankentagegeld- oder Krankenhaustagegeld, Heilpraktikerleistungen, Kieferorthopädie sowie private Pflegezusatzversicherungen gehören nicht in den Basisschutz.
Bei gesetzlich Versicherten  wird ein Beitragsanteil von 4 % für das Krankentagegeld in Abzug gebracht.
Bei privat Versicherten ist in einer gesetzlichen Verordnung mit dem Namen „Krankenversicherungsbeitragsanteil-Ermittlungsverordnung“ geregelt, welcher Anteil der Beiträge dem Niveau der gesetzlichen Krankenversicherung entspricht und damit steuerlich angesetzt werden kann.

Elektronische Datenübermittlung

Die privaten Versicherungsgesellschaften übermitteln die Daten der Versicherten den Finanzämtern auf elektronischem Wege. Die Versicherten müssen allerdings der Übermittlung zustimmen und erhalten von dieser Mitteilung eine Kopie.
Diese elektronische Datenübermittlung soll den Verwaltungsaufwand der Finanzämter mindern. Dennoch sind die Ausgaben für die Krankenversicherung in der Einkommensteuererklärung unter den „Sonderausgaben“ zu vermerken, wobei Beitragsrückerstattungen und Arbeitgeberzuschüsse ebenfalls anzugeben sind.