Die Förder-Pflege (Pflege-Bahr)

Die staatlich geförderte ergänzende Pflegezusatzversicherung (GEPV) – auch Pflege-Bahr genannt – soll das finanzielle Risikos eines Pflegefalles mildern, da  aufgrund der Einkommenssituation für viele Menschen die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung nicht ausreichend sind.

Wer kann sich versichern?

Jede Person, die mindestens 18 Jahre alt ist. Ein Höchstalter gibt es nicht. Jede/r Antragsteller/in, der/die noch nicht pflegebedürftig oder in Pflegestufe 0 (Demenz) ist, muss aufgenommen werden (Kontrahierungszwang). Die Versicherungsgesellschaften dürfen weder Risikozuschläge noch Leistungsausschlüsse bei Vorerkrankungen nehmen.

Welche Rahmenbedingungen gibt es?

Der Eigenbetrag muss mindestens 10 Euro im Monat betragen. Dann zahlt der Staat zusätzlich 5 Euro im Monat dazu. Um die Bezuschussung durch die Deutsche Rentenversicherung kümmert sich das Versicherungsunternehmen.
Für diesen Betrag muss die Leistung in der Pflegestufe III mindestens 600 Euro monatlich betragen. Da die Beiträge je nach Eintrittsalter unterschiedlich sind, ist der Mindestbeitrag bei älteren Personen höher, da sonst die gesetzlich vorgeschriebene Mindestrente bei Pflegestufe III nicht erreicht wird!
Es kann eine Wartezeit von fünf Jahren vereinbart werden. D.h., tritt innerhalb dieser Frist ein Pflegefall ein, besteht kein Leistungsanspruch. Der Vertrag kann bis zu drei Jahre ruhen, wenn die versicherte Person hilfebedürftig wird und Grundsicherung oder Sozialhilfe erhält. Die Altersrückstellungen in diesem Vertrag gehen dann nicht verloren.

Was ist mit bereits bestehenden Pflege-Zusatzversicherungen?

Bereits bestehende Verträge sind nicht zulagenfähig. Ein Wechsel von einer bestehenden Versicherung in eine geförderte Pflegerente ist ebenfalls nicht möglich, da es sich nicht um „gleichartige Verträge“ handelt.

Sind die Angebote der Versicherungsgesellschaften identisch?

Nein, die Angebote unterscheiden sich in mehrfacher Hinsicht. So sollte mindestens die Wartezeit bei Unfällen entfallen und der Vertrag eine Dynamikregelung anbieten, damit die Inflation während der Laufzeit ausgeglichen wird. Es gibt u.a. Beitragsunterschiede und versicherbare Höchstgrenzen. Eine Beratung ist deshalb angeraten!