Krankenversicherungspflicht in Deutschland

Seit dem 1. April 2007 gilt in Deutschland eine Versicherungspflicht in der Krankenversicherung. Konnte man bis zum 31.12.2008 die Entscheidung noch aufschieben, so gilt seit dem 1.1.2009: jede/r muss versichert sein. Zuständig ist die Krankenversicherung, in der man zuletzt versichert war, auch wenn es Jahre her ist.

Die gesetzliche Krankenversicherung

War man zuletzt in einer gesetzlichen Krankenkasse, so gilt, dass diese einen wieder aufnehmen muss. Zuständig ist immer die Krankenkasse, bei der man zuletzt versichert war. Welche das war, erfährt man von der Deutschen Rentenversicherung (DRV), wenn man keine Unterlagen mehr besitzt. Dort sind die Daten lebenslang gespeichert.
Allerdings kommt die Überraschung mit der Versicherungsbestätigung. Die Beiträge in den gesetzlichen Krankenkassen sind  rückwirkend bis zum 1.4.2007 nachzuzahlen! Dabei berufen sich die Krankenkassen auf den §186 SGB V. Dort heißt es unter Absatz 11, dass die Mitgliedschaft an dem ersten Tag ohne anderweitigen Anspruch auf Absicherung im Krankheitsfall im Inland beginnt. Und das ist im Zweifel der 1. April 2007.

Die private Krankenversicherung

War man zuletzt in der privaten Krankenversicherung versichert, so ist diese verpflichtet, einen ungeachtet des Gesundheitszustandes wieder aufzunehmen. Hierfür wurden zum 1.1.2009 die so genannten Basistarife eingeführt, in denen man dann versichert wird, wenn aufgrund des Gesundheitszustandes keine Versicherungsmöglichkeit in den Normaltarifen möglich ist oder diese einfach zu teuer sind.
Auch hier müssen die Beiträge nachgezahlt werden, allerdings nur rückwirkend bis zum 1.2.2009, denn die Basistarife der privaten Versicherer gibt es erst seit dem 1.1.2009!
Der monatliche Beitrag orientiert sich an dem Höchstbeitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung. Die Versicherungsleistungen entsprechen ebenfalls exakt den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung.

Gibt es Ausnahmen bei der Nachzahlungspflicht?

Die Chancen sind gering. Nur Personen, die nachweisen können, dass sie die Gründe nicht zu vertreten haben, die dazu führten, dass sie nicht versichert waren, haben vielleicht eine Chance. Welche das sein können, wird nicht gesagt. Die Satzungen der Krankenkassen besagen, dass in diesem Fall der Beitrag gestundet, ermäßigt oder erlassen werden kann. Für die Ermäßigung gilt, dass der Erhebungszeitraum mindestens drei Monate betragen haben muss und keine Beitrittsmöglichkeit zur freiwilligen Krankenversicherung bestand.
Es empfiehlt sich in jedem Fall, Widerspruch einzulegen und unter Vorbehalt zu zahlen.