Haftung und Pflegekinder

Kinder bis zum 7. Lebensjahr sind nicht deliktfähig, d.h., sie können für einen Schaden nicht zur Rechenschaft gezogen werden. Bei Pflegekindern haben die Pflegeeltern die Aufsichtspflicht. Das bedeutet, dass Sie gegebenenfalls für den durch das Kind angerichteten Schaden zur Rechenschaft gezogen werden und dafür eintreten müssen!
Es ist aber auch denkbar, dass das Kind selbst einen Schaden erleidet, der nicht nur eine Forderung nach Schmerzensgeld nach sich ziehen kann, sondern möglicherweise auch eine lebenslange Rentenzahlung. Und das alles, weil man für einen Moment lang nicht aufgepasst hat.

Pflegekinder in der Privathaftpflichtversicherung

Pflegekinder sind in der privaten Haftpflichtversicherung den eigenen Kindern gleichgestellt, und über die Privathaftpflichtversicherung  mitversichert. Das Versicherungsschutz endet mit dem Ende des Pflegevertrages, also in der Regel mit dem Erreichen des 18. Lebensjahres.

Regress der Sozialversicherungsträger

Sind die Pflegeeltern für einen Personenschaden des Pflegekindes verantwortlich, so können Sie in zweierlei Hinsicht zum Schadenersatz herangezogen werden. Die gesetz-lichen Sozialversicherungsträger, beispielsweise die Krankenkasse, können sich ihre Kosten erstatten lassen. Dieser „Regress der Sozialversicherungsträger“ sollte im eigenen Interesse über die Privathaftpflichtversicherung beitragsfrei eingeschlossen sein. Das Pflegekind selbst kann Ersatzansprüche in Form von Schmerzensgeld und lebenslangen Rentenzahlungen geltend machen. Hier greift der Versicherungsschutz des Haftpflichtschadenausgleichs.

Eigene Schäden durch das Pflegekind

Schäden, die das Pflegekind im eigenen Haushalt verursacht, sind nicht versicherbar, denn haftungsrechtlich handelt es sich hier um Eigenschäden, wie durch die eigenen Kinder. Allerdings kann hier ein Antrag auf Erstattung durch den Haftpflichtschadenausgleich gestellt werden.

Der Haftpflichtschadenausgleich

Dieser Haftpflichtschadenausgleich der Deutschen Großstädte im Bereich Pflegepersonen und Pflegekinder gewährt den Pflegepersonen dann einen Versicherungsschutz, wenn diese aufgrund gesetzlicher Haftpflichtbestimmungen gegen sie aus ihrer Betreuungstätigkeit entstehen und zwar bis 2,6 Mio. Euro für Personen- und Sachschäden.