Die Besteuerung privater Kapitalerträge

Seit dem 1.1.2009 ist die Besteuerung bei Zinsen, Dividenden und Erträgen aus Investmentanlagen neu und einheitlich im Abgeltungssteuergesetz geregelt. Diese Steuer wird direkt von den Finanzinstituten einbehalten und abgeführt.

Wie hoch ist der Abgeltungssteuersatz?

Alle Einkünfte aus privaten Kapitalanlagen werden mit 25 % besteuert, zuzüglich Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer. Mit dieser Abgeltungssteuer gilt die Einkommensteuer als entrichtet. Es handelt sich um eine endgültige Steuerbelastung. D.h., auch ein höherer persönlicher Steuersatz ist damit abgegolten.
Auch Kursgewinne aus Aktienverkäufen fallen darunter, wenn diese nach dem 31.12. 2008 erworben wurden. Gewinne aus dem Verkauf von Aktien, die vor diesem Datum erworben wurden, sind nach wie vor steuerfrei.

Was ist mit Erträgen aus Kapitallebens- und Rentenversicherungen?

Erträge aus Kapitallebens- und privaten Rentenversicherungen, die nach dem 31.12.2004 abgeschlossen wurden und eine Laufzeit von weniger als 12 Jahren haben oder vor dem 60. Lebensjahr ausgezahlt werden, unterliegen ebenfalls der Abgeltungssteuer! Ansonsten wird die Hälfte der Erträge mit dem normalen Einkommensteuersatz belegt.
Kapitalauszahlungen aus Versicherungsverträgen, die vor dem 1.1.2005 abgeschlossen wurden, bleiben steuerfrei, vorausgesetzt, die Vertragslaufzeit betrug mindestens 12 Jahre. Rentenzahlungen aus Versicherungsverträgen werden lediglich mit einem Ertragsanteil besteuert, dessen Höhe abhängig vom Auszahlungsbeginn ist.

Wie hoch sind die Freibeträge?

Bis 801 € bleiben Kapitaleinkünfte steuerfrei. Bei Ehepaaren beträgt der Betrag 1.602 €. Dieser Freibetrag nennt sich Sparerpauschbetrag und ersetzt den früheren Sparerfreibetrag. Allerdings können im Gegensatz zu früher keine Werbungskosten mehr geltend gemacht werden.

Was ist bei Freistellungsaufträgen zu beachten?

Die Freistellungsaufträge bei den verschiedenen Finanzinstituten sollten aufeinander abgestimmt sein und den Freibetrag insgesamt nicht übersteigen. Wurde ein Betrag im Freistellungsauftrag nicht ausgenutzt oder überschritten und Abgeltungssteuer abgeführt, kann über die Einkommensteuererklärung eine Korrektur erfolgen.